Donnerstag, 20. Oktober 2016

Kurz Ruhe erfahren und Zeit

Kurz
Ruhe Erfahren Und
Zeit


Nachdenklich sitze ich vor der Kirche auf einer Bank in der warmen Abendsonne. Koniferenduft umrahmt die andächtige Szenerie.
Unter dem Wetterhahn spannt sich das Dach aus vier gleichmäßigen Rauten über einem mittig vor dem Kirchenschiff emporragenden
Turm. Die Front ist überwiegend in rotem Backstein gehalten und ausgesprochen symmetrisch. Türen und Erker wurden gespiegelt.
Zentrales Element unter der Turmuhr ist, das imposante Läutwerk verdeckend, ein teils mit Sandstein gestalteter Fensterbogen.

Der Bogen erinnert mit seinen zwei Rundfenstern über drei Reihen waagerechter dunkler Holzlamellen stark an die geisterhaften
Erscheinungen aus dem bekannten Computerspiel-Klassiker Pacman. Zwei Etagen darunter ziert eine mit Mosaikscheiben gestaltete
Inszenierung aus sechs Rundfenstern, die sich um ein siebentes in der Mitte gruppieren, den Bereich über dem Portal. Die zwei
Nebenflügel des Turmes laufen beiderseits der Rundfenster je etwa eine Turmesbreite seitwärts um dann abrupt zu enden und der
Erde zuzufallen. Zwischen Läutwerk und Turmuhr prangt in goldenen Lettern der metaphorisch passende Sinnspruch dieser Kirche.

Zu seiner Zeit war Pacman ein ausgesprochen beliebtes Spiel. Der Spieler steuerte einen kleinen, hungrigen Smiley, der, einer
Erntemaschine gleich, Punkte in einem Labyrinth entlanglaufen und einsammeln musste. Pacman wurde verfolgt von vier Geistern.
In allen vier Ecken des Irrgartens lag jeweils eine Art Pille herum, die der Spielfigur für kurze Zeit die Macht verlieh, dem
Terror der Verfolger zu entgehen und selbst zum Jäger zu werden. Auge in Auge mit dem Geist nutze ich nun sinnend meine Zeit.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen