Freitag, 2. Februar 2018

Das Glück des Lebens

Das Glück des Lebens war zu suchen,
dafür war´n alle ausgezogen.
Doch selbst nach gut zweitausend Jahren
war Wenigen das Glück gewogen.

Ganz viele hatten sich verrannt
wie Lemminge auf gleichen Wegen,
um schließlich auf das Meer gebannt
zu schauen und dem Tod entgegen.

Der Tod sollt´ nicht das Ende sein,
und Mut und Hoffnung war'n geweckt.
Ob wohl das Glück wie auch die Freiheit
gleich hinterm schwarzen Vorhang steckt?

Hinein ins kühle Nass, wie keck!
Hinaus ins off'ne Wasser wendend,
wurd' manchem mulmig als es schreck-
lich kühl ward und auch dunkel endend.

Und andre taten's Vögeln gleich,
man sah sie in die Luft sich heben.
War'n in der Sonne grellem Licht
der eignen Schönheit nur ergeben.

Die Sonne schien, die eignen Augen
trübten sich in ihrem Glanz.
Die Welt entschwand erst ihrem Blick,
dann ihrem Sinn und schließlich ganz.

Und wieder andre gruben sich
durch eine Erde tief und schwer.
Auch ihre Augen trübten sich,
sich brauchten sie dort halt nicht sehr.

Die Tiefe sorgte für den Druck,
für Inne- und Zusammenhalt.
Die Jahre gingen, Erde blieb.
Man wurde müde, wurde alt.

Ganz Wenige nur blieben stehen
und schauten erst einmal wohin
man sich am Besten wenden sollte.
Sie suchten in dem Weg den Sinn.

Sie gingen langsam, prüfend, tastend,
und lernten auf die Weise viel.
Sie konnten schließlich ihren Kindern

erklären: „Der Weg ist das Ziel.“

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